Falsches Lüften begünstigt Schimmelpilze ...
Fenster mehrmals täglich fünf Minuten öffnen.
Immer mehr Menschen klagen über Schimmel in der Wohnung. Das belegen auch Mietvereine, bei denen Betroffene Rat suchen. Die Ursache liegt aber oftmals im falschen Lüften.
Millionen Bundesbürger haben unerwünschte Untermieter. Ganz gleich ob sie im Alt - oder Neubau wohnen: Schimmelpilze nisten sich wieder verstärkt ein. Manchmal sind die gesundheitsgefährdenden Pilzarten schon auf den ersten Blick als hässliche Flecken an der Decke und an den Wänden auszumachen. Oft haben die Menschen keine Ahnung, was sich hinter ihrem Schlafzimmerschrank oder unsichtbar hinter Tapete oder Wandverkleidung breit macht.
Das sich Schimmel immer mehr verbreitet und nach Einschätzung der Berliner Tester ,,quasi als neue Volksseuche" auf dem Vormarsch ist, hängt mit den modernen Energiesparmaßnahmen zusammen.
Neue Heiztechnik, dichte Fenster und Türen haben das uralte Problem des Durchzugs im Haus gestoppt, es den Schimmelpilzen dafür viel kuscheliger gemacht. Und wer sich dann nicht daran hält, mehrmals am Tag zu lüften, der läuft Gefahr, unangenehme Mitbewohner zu kriegen. Das gefährliche Schimmelpilzarten in den eigenen Wänden die Ursache für Atemwegserkrankungen, Allergien und Hautkrankheiten sein können, erfahren Betroffene oft erst durch Zufall beim Renovieren. Wo sich Pilze wohl fühlen gibt es oft das gleiche Problem: Es ist zu viel Feuchtigkeit vorhanden. Das überschüssige Wasser kann in der Raumluft sein, im Dach, in der Wand oder im Boden. Dafür müssen nicht einmal Pfusch am Bau, spektakuläre Hochwasserschäden, kaputte Dachziegel, ausgelaufene Waschmaschinen oder undicht Heizkörper verantwortlich sein. Verdunstende Feuchtigkeit entsteht jede Minute beim ganz normalen Wohnen, Atmen, Schwitzen, Duschen, Kochen, Putzen, trocknen nasser Kleidung. Sie geht von Zimmerpflanzen aus, von Haustieren und Schnittblumen. Pro Tag ist das oft im Schnitt mehr als ein Zehn-Liter-Eimer voll Wasser. Wird die warme feuchte Luft dann nicht zum Fenster herausgejagt, geht sie ihren eigenen Weg, kriecht hinter den Schrank vor der kalten Außenwand, wird abgekühlt, kondensiert - und der Schimmelbefall nimmt seinen Lauf.
Die Bundesbürger sollten es sich wieder angewöhnen, vier Mal pro Tag konsequent zu lüften, so der dringende Rat der Umweltexperten. Aber es muß Stoßlüften sein, möglichst von einem Fenster zum anderen.
Oder ein Durchlüften von Keller zum Dach. Fünf Minuten reichen schon. Im Winter funktioniert der Luftaustausch besonders gut. Nässe wird dann regelrecht aus den Wänden herausgezogen.
Wer zusätzlich noch beim Kochen und Duschen den Dampf raus lässt, handelt Gold richtig. Nicht das Fenster auf Dauerkippstellung lassen, da geht zu viel Energie verloren. Und noch einen Tipp: An schwülen Tagen das Fenster eines kühlen Kellers auf keine Fall offen lassen. Das provoziert Feuchteschäden.
Schlaffzimmer werden besonders gern von Schimmelpilzen besiedelt. Pro Nacht atmen und schwitzen Schlafende etwa ein Liter Wasser aus. Wer gern in kalten Räumen schläft, aber wenig lüftet, wird nie allein sein, wie die Verbraucherschützer warnen. Ihr Rat: Auch das Schlafzimmer mehrmals am Tag Stoßlüften, Feuchte hinauslassen, die Heizung zumindest tagsüber nicht ganz abdrehen. Wird das Schlafgemach kälter gehalten als die übrigen Zimmer, darf die Tür nicht offen bleiben. Sonst strömt feuchtwarme Luft ein. Pilze vermehren sich dann gern und reichlich.
Verbraucherschützer raten, die Eigenen vier Wände nach verdächtigen Stellen abzusuchen. An einem windigen Tag kann man mit einem Feuerzeug kontrollieren, ob es durch Fugen und Ritzen zieht. Falls sich dahinter eine Dämmschicht befindet, sollte sie auf feuchte Schäden untersucht werden. Bei Regen sollte man nachsehen, ob Rinnen und Rohre dicht sind und Wasser ungehindert ablaufen kann. Defekt oder verrutschte Ziegel sollten sofort repariert werden. In neuen, umgebauten und renovierten Häusern sollte besonders gut geheizt und gelüftet werden. Wer den Verdacht hat, das seine Bleibe durch Schimmel belastet ist, kann die Pilzkonzentration bei Stift und Warentest bestimmen lassen.
Den Mitmachkupon und Tipps kann man telefonisch unter 0 18 05 - 88 76 83 09 bekommen.
Oder via Internet unter www.stiftung-warentest.de